Taschenrechner – Beispielrechnung zu Provision und Gewinn
Beispielrechnung · Provision vs. Gewinn

Was kosten 14 % Provision wirklich?

14 % klingt erstmal nach „okay“. In der Praxis ist das oft ein Gewinn-Killer – weil du nicht mit Gewinn bezahlst, sondern mit Umsatz. Und Umsatz ist nicht das, was am Monatsende auf dem Konto bleibt.

Die einfache Rechnung (10.000 € Umsatz · 14 %)

Stell dir vor, du machst über Portale oder Lieferplattformen 10.000 € Online-Umsatz im Monat. Wenn davon 14 % Provision abgehen, sieht das so aus:

Monat

Umsatz: 10.000 €
Provision (14 %): 1.400 €

Das sind 1.400 € – nicht für Werbung, nicht für neues Equipment, nicht für Rücklagen. Einfach ein Abzug direkt vom Umsatz.

Jahr

1.400 € × 12 Monate = 16.800 €

16.800 € pro Jahr sind oft genau die Reserve, die in schwierigen Zeiten fehlt: Reparaturen, Puffer, Investitionen, Luft zum Atmen.

Wichtig: es kann auch deutlich mehr werden

Je nach Modell (z. B. wenn zusätzliche Logistik/Fahrer enthalten sind) werden in der Praxis teils deutlich höhere Kosten genannt – bis in Richtung 30 %. Für die Verständlichkeit rechnen wir hier bewusst nur mit 14 %.

Grafik: Warum 14 % so weh tun können

Die Provision zieht nicht vom Gewinn ab, sondern vom Umsatz. Der Effekt wird erst klar, wenn du Umsatz, variable Kosten und Fixkosten nebeneinander siehst.

Beispiel (fiktiv, aber realistisch gedacht)

Wir nehmen 10.000 € Umsatz und setzen beispielhaft an: 35 % variable Kosten (z. B. Wareneinsatz + Verpackung) und 5.000 € Fixkosten (Miete, Grundpersonal, Strom-Grundlast, Versicherungen …). Deine echten Zahlen können anders sein – hier geht es um den Mechanismus.

Ohne Umsatz-Provision

Umsatz: 10.000 €
Variable Kosten (35%): 3.500 €
Deckungsbeitrag: 6.500 €
Fixkosten: 5.000 €
Gewinn: 1.500 €

Mit 14% Umsatz-Provision

Umsatz: 10.000 €
Provision (14%): 1.400 €
Variable Kosten (35%): 3.500 €
Deckungsbeitrag nach Provision: 5.100 €
Fixkosten: 5.000 €
Gewinn: 100 €

Wasserfall: 10.000 € Umsatz → Kosten → Gewinn

Beispielwerte zur Veranschaulichung: Fixkosten bleiben – die Provision kommt zusätzlich oben drauf.

Ohne Provision

Umsatz 10.000 €
Fixkosten 5.000 €
Variable Kosten (35 %) 3.500 €
Gewinn 1.500 €

Mit 14 % Provision

Umsatz 10.000 €
Fixkosten 5.000 €
Variable Kosten (35 %) 3.500 €
Provision (14 %) 1.400 €
Gewinn 100 €

Ein kleiner Prozentsatz vom Umsatz kann am Ende fast den gesamten Gewinn auffressen – obwohl sich an den Fixkosten nichts ändert.

Mini-Definition: Was ist Deckungsbeitrag?

Deckungsbeitrag ist das, was nach den variablen Kosten übrig bleibt (z. B. Wareneinsatz, Verpackung). Aus dem Deckungsbeitrag bezahlst du Fixkosten (Miete, Grundpersonal, Strom-Grundlast …). Und erst was danach übrig bleibt, ist Gewinn.

Quintessenz

Eine Provision in Prozent vom Umsatz wirkt harmlos – bis man sie gegen Fixkosten rechnet. Denn sie zieht nicht vom Gewinn ab, sondern direkt vom Umsatz. Miete, Grundpersonal und Strom bleiben aber gleich. Genau deshalb kann ein scheinbar kleiner Prozentsatz am Ende einen großen Teil des Gewinns auffressen.

Der Hebel in Zahlen (Beispiel): Wenn deine variablen Kosten grob bei 35% liegen, bleiben pro 1 € Umsatz etwa 0,65 € übrig, um Fixkosten zu decken. 1% weniger Umsatz (bei 10.000 € sind das 100 €) bedeutet dann ungefähr 65 € weniger Gewinn – weil die Fixkosten nicht mit sinken. Im Beispiel mit 1.500 € Gewinn entspricht das rund 4%. Wenn dein Gewinn aber nur 500 € ist, sind es schon rund 13%. Je höher die Fixkosten und je dünner die Marge, desto stärker schlägt jeder Prozentpunkt Umsatz auf den Gewinn durch.

Wenn du Plattformen weiter nutzen willst: okay. Entscheidend ist, dass du einen Teil der Bestellungen (vor allem Stammkunden) Schritt für Schritt auf deinen eigenen Bestellkanal lenkst – damit mehr vom Umsatz bei dir bleibt.

Kurze Einschätzung für deinen Betrieb?
Schreib uns kurz, wie viele Online-Bestellungen du ungefähr hast (pro Woche oder pro Monat). Wir rechnen dir den Effekt transparent vor – ohne Buzzwords.

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Transparenz-Hinweis

Plattformkonditionen unterscheiden sich nach Modell, Region und Leistung. Für diese Seite gilt: Wir zeigen ein bewusst einfaches Rechenbeispiel (14 %), damit der Mechanismus verständlich wird.