Was du wirklich brauchst – und welche 80 % Tools oft nur Zeit fressen.
Das Problem: Du kaufst Tools – aber die Arbeit bleibt trotzdem.
Viele Tools versprechen „mehr Umsatz“ oder „weniger Stress“. In der Praxis passiert oft das Gegenteil: Du hast mehr Logins, mehr Tablets, mehr Ausnahmen – und am Ende steht wieder jemand am Telefon.
Zu viele Systeme
Ein Tablet für Bestellungen, eins für Reservierungen, eins für Lieferplattformen – und die Kasse macht ihr eigenes Ding. Wenn Systeme nicht zusammenarbeiten, entsteht Chaos.
Viele kleine Kosten
29 € hier, 49 € dort, plus Einrichtung, plus Support. Einzelpreise wirken klein – zusammen wird’s teuer. Und oft zahlst du für Funktionen, die du nie nutzt.
Mehr Arbeit im Team
Wenn Abläufe unklar sind, wird’s langsam: doppelte Eingaben, falsch gedruckte Bons, Bestellungen werden übersehen. Das kostet Zeit – und Zeit kostet Umsatz.
„Digital“ heißt nicht automatisch „besser“
Ein Tool ist nur dann sinnvoll, wenn es dir in Stoßzeiten wirklich hilft. Wenn es dich im Alltag ausbremst, ist es kein Fortschritt.
Merksatz
Digitalisierung ist kein Shopping-Event. Du brauchst ein paar Bausteine, die zusammenpassen. Der Rest ist optional – oder sogar gefährlich, weil er Abläufe kaputt macht.
Der 80/20‑Stack: Diese Tools bringen meistens wirklich etwas.
Wenn du wenig Zeit hast: Starte mit den Basics. In 80 % der Betriebe reichen diese Bausteine, um Abläufe zu stabilisieren und Umsatz besser mitzunehmen.
Faustregel:
Erst Prozesse klären, dann Tools auswählen. Sonst digitalisierst du nur das Chaos.
1) Eine verlässliche Kasse (und saubere Abläufe)
Die Kasse ist dein Herzstück. Wichtig ist nicht „die modernste“ – sondern: stabil, schnell, verständlich. Und: Dein Team muss sie im Schlaf bedienen können.
- Artikel & Preise sauber gepflegt (sonst stimmt der Bericht nie).
- Klare Rollen: Wer storniert? Wer ändert Preise? Wer macht Tagesabschluss?
- Wenige Klicks in Stoßzeiten (Speed schlägt Spielerei).
2) Eine gute Website (mobil) – als Zentrale
Deine Website ist für viele Gäste der erste Eindruck. Und sie ist der Ort, an dem du die Regeln bestimmst. Wichtig: mobil schnell, klar, mit Menü und Kontakt.
- Menü ohne PDF‑Krampf (lesbar am Handy).
- Ein Klick zu „Anrufen“, „Route“, „Reservieren“ oder „Bestellen“.
- Eigene Inhalte: Öffnungszeiten, Infos, Aktionen – immer aktuell.
3) Online‑Bestellung – nur wenn es zu dir passt
Online‑Bestellung lohnt sich, wenn du Volumen hast oder Stammkunden gezielt lenken willst. Sonst reicht oft: „Anrufen & abholen“ sauber abwickeln.
- Wichtig ist ein klarer Ablauf: Küche, Abholung, Zeiten, Bezahlung.
- Kein System, das dich zu Stoßzeiten überrollt.
- Lieber simpel starten und stabil laufen, als „alles“ anbieten und scheitern.
4) Reservierung – wenn du viele Tische drehst
Reservierungssysteme können helfen – oder nerven. Sie bringen Umsatz, wenn du wirklich Engpässe hast und deine Plätze sauber managen willst.
- Klare Regeln: Zeiten, No‑Show‑Handling, Tischkombis.
- Wenn du 10–20 Reservierungen/Woche hast: oft reicht Telefon + Google.
- Wenn du täglich voll bist: System kann sinnvoll sein.
Was oft überschätzt wird
Viele Tools sehen im Verkaufsgespräch toll aus – bringen aber wenig, wenn die Basis nicht stimmt. Hier sind typische „Kostenfallen“.
Website vs. Handy‑App: Ganz ehrlich – lohnt sich eine App?
Viele Anbieter verkaufen Apps als „Königsweg“. Aber eine App ist nur dann sinnvoll, wenn du wirklich genug Stammkundschaft hast, die sie auch installiert. Für die meisten Restaurants ist eine starke Website die bessere Basis.
Warum die Website fast immer gewinnt
- Kein Download: Der Gast klickt und ist drin. Das ist die größte Hürde weniger.
- Google‑Traffic: Website kann direkt bei Google gefunden werden.
- Einfach zu pflegen: Inhalte ändern, Öffnungszeiten, Menü – fertig.
- Günstiger: Meist deutlich weniger Aufwand als App‑Entwicklung und Updates.
Wann eine App trotzdem Sinn machen kann
- Sehr viele Stammkunden, die regelmäßig bestellen (z. B. Liefer‑/Abhol‑Fokus).
- Loyalty (Punkte/Stempel) – aber nur, wenn du es wirklich nutzt.
- Du bringst die Installation aktiv in den Laden (QR, Bonus, Personal‑Ansprache).
Schnell‑Check: Welche Tools passen zu deinem Betrieb?
Beantworte die Fragen. Danach weißt du ziemlich klar, wo du anfangen solltest.
Wenn du „ja“ sagst, lohnt sich der nächste Schritt
- Du hast Stoßzeiten‑Stress (Telefon, Abholung, Tische gleichzeitig).
- Du verlierst Bestellungen (Zettel weg, falsche Zeiten, Missverständnisse).
- Du hast viele Stammkunden, die wiederholt bestellen/reservieren.
- Du hast genug Kapazität, um mehr Volumen sauber zu liefern.
Wenn du „nein“ sagst: Fokus auf Basis
- Website ist alt oder langsam (oder Menü nur als PDF).
- Kasse ist unübersichtlich (zu viele Tasten, falsche Artikel, Chaos bei Storno).
- Öffnungszeiten/Infos sind nicht konsistent (Google vs. Website vs. Schild).
- Prozesse sind nicht klar (Wer macht was? Wann? Wie?).
Wenn du willst, machen wir das mit dir in 30 Minuten konkret.
Du sagst uns kurz: Art des Betriebs, Stoßzeiten, Bestellvolumen. Wir sagen dir:
Welche 2–3 Tools wirklich Sinn machen – und was du erstmal weglassen kannst.